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Für Bilder: http://picasaweb.google.de/wirth.susanne/Seattle#

Da ich Ricarda schon seit über sechs Monaten nicht mehr gesehen habe, war es klar, dass wir uns irgendwie, irgendwo, irgendwann in den Staaten treffen MÜSSEN. Die Wahl ist dann auf Seattle gefallen. Nach zwei Stunden Busfahrt nach Victoria mit anschließender Fährfahrt mit dem Clipper in die Staaten sind wir auch endlich am Pier 69 angekommen. Wir – das sind Annika und ich. Sie studiert auch an der VIU, (ansonsten in Münster) und ist in meinem Volleyballteam. War super, dass sie mitgekommen ist, so musste ich nicht alleine reisen und schon allein die Fahrt war mehr Spaß. In Victoria hatten wir ein wenig Zeit und haben prompt ne deutsche Bäckerei ausfindig gemacht, wo wir erst mal ein dunkles Körnerbrötchen gekauft haben. :-) Ja, jedenfalls, in Seattle angekommen, sind wir erst mal zum Hostel gelaufen, wo ich endlich Ricarda wieder gesehen habe! :-) Das „City Hostel“ war total cool, wurde auch als bestes Hostel ausgezeichnet und die Rezeption sieht aus, wie die eines richtigen Hotels. Die Zimmer, Duschen und Toiletten waren super ordentlich. Auf jedem Stockwerk gab es eine Küche und unten noch einen Relaxing Room mit ganz vielen Kissen und einen PC-/Internetraum mit ein paar Rechnern. Frühstück war im Preis mit enthalten – das war auch voll gut. Es gab sogar Peanut-Butter. :-)

Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg ins Convention Center gemacht, wo es eine Tourist Information gibt. Nachdem wir tausende von Flyern durchgeguckt haben, hatten wir sogar nen Plan, was wir mit unseren vollen zwei Tagen anfangen wollten. Da die Innenstadt von Seattle recht klein ist, konnte man gut alles zu Fuß erreichen. Wir sind am Smith-Tower vorbeigekommen, haben die Architektur der öffentlichen Bücherei bewundert, sind durch Chinatown gelaufen (was etwas enttäuschend war, am Besten war da noch der asiatische Supermarkt mit lebenden Fischen und Krabben), waren im leeren Football-Stadion und sind an der Waterfront in der Sonne gesessen. Mit dem Wetter hatten wir voll Glück. Normalerweise ist Seattle sehr verregnet. Letztes Wochenende sind wir aber mit Sonnenschein verwöhnt worden! :-) Mittags haben wir uns für eine Underground-Tour angemeldet. Seattle ist ja, wie man auf den Bildern sieht, am Wasser. Anfang letzten Jahrhunderts gab es einen großen Brand der alles zerstörte, wodurch die Stadt anschließend komplett neu aufgebaut werden musste. Diesmal, um Überschwemmungen zu vermeiden, hat man sich überlegt, dass man die Häuser alle höher bauen müsste, bzw. den Untergrund aufstocken müsste. Da das nicht von heute auf morgen ging, die Leute aber trotzdem Häuser zum Wohnen brauchten, hat man Häuser-Bauen und die Straßen etc. anheben eben parallel gemacht. Deswegen gibt es im Untergrund von Seattle Gänge, die früher einmal richtige Gehsteige waren. Die Tour war super, man hat einiges über Seattles Geschichte und Personen erfahren. Nachmittags sind wir durch den berühmten Public Market geschlendert, haben ein paar Bilder vom 1. Starbucks (Starbucks ist in Seattle daheim) geschossen und sind zum Space Needle. Der Turm ist charakteristisch für Seattle und wurde anlässlich einer Expo in den 60er Jahren gebaut. Nach 41 Sekunden ist man mit dem Fahrstuhl ganz oben und hat ne tolle Sicht auf die Stadt. Da wir die Stadt bei Nacht auch noch sehen wollten, haben wir oben gemütlich Kaffee getrunken und Cookies gegessen. Eigentlich wollten wir abends noch weggehen, durch die ganzen Kilometer die wir allerdings zurückgelegt haben war uns dann aber doch nicht so sehr nach Tanzen und wir sind – nach einigen Stopps in Geschäften – im Kino gelandet.

Am Sonntag wollten wir eine Bootstour auf dem Lake Union machen, da es aber soo windig war, haben die Veranstalter die Tour mit großer Wahrscheinlichkeit ausfallen lassen, so dass wir dann doch nicht nochmal zurück gelaufen sind. Ansonsten waren wir noch auf dem Campus der University of Washington. Der war total cool, typisch wie in amerikanischen Filmen mit alten Gebäuden, großen Grünflächen etc. Einen Springbrunnen gab es auch und hunderte Kilometer dahinter konnte man, weil es ein klarer Tag war, den Mount Rainier sehen mit seiner weißen Spitze. Die Bilder sind nicht halb so toll, wie es in Wirklichkeit war. Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir noch im Japanischen Garten vorbei geguckt – und dann sind wir nochmal ein wenig shoppen gegangen, waren mal wieder nen Kaffee trinken und Cookies Essen und später am Abend haben wir das perfekte Wochenende mit nem Abendessen ausklingen lassen.

Wir haben echt so viel gesehen und es war trotzdem so stressfrei. War auch irgendwie mal wieder schön in einer richtigen Stadt zu sein. Hier auf der Insel gibt’s ja nicht wirklich ein Stadtfeeling, denn auch wenn Nanaimo 90.000 Einwohner hat, so ist es ziemlich lang gezogen, hat grad mal zwei Häuser die höher als 10 Stockwerke sind und hat keinen Platz, oder keine Fußgängerzone wo sich alles ein wenig bündelt. Alles in allem hatten wir so viel Glück mit dem Wetter, mit dem Hostel, mit den Sachen die wir machen konnten. Und – was auch nicht unbedingt selbstverständlich ist – dass ich so nette Reisebegleiterinnen um mich hatte die letzten Tage. :-)

Rock Climbing und Hiking

Am Samstag gabs eine organisierte Tour mit der Uni um Klettern zu gehen. Das war richtig super. Das Wetter war perfekt, 20 Grad und ab und zu ging ein Wind. Nach ner 10 Minuten-Fahrt mit einem typisch gelben Schulbus mussten wir (so 12 Studenten plus zwei Betreuer) noch 40 Minuten bergauf gehen. Die Aussicht von dem Felsen, wo wir kletterten war „awesome“, wie der Kanadier sagen würde. Eigentlich schade, dass wir daheim nicht klettern, wo wir doch optimal wohnen für sowas. Jedenfalls hat es superviel Spaß gemacht und falls nochmal Klettern angeboten wird, bin ich die erste die „hier“ schreit und sich anmeldet.

Mount Benson ist der Berg der direkt hinter Nanaimo steht. Da wir gerade noch einen so schönen Spätsommer haben, dachten wir, wir nutzen das, und gehen wandern. Dummerweise ist die Infrastruktur was Wanderwege betrifft in Kanada nicht so prickelnd. Im Internet gab es zwar einige Beschreibungen, die waren aber nicht so hilfreich und jeder Einheimische dem wir erzählt haben, dass wir dorthin wandern wollen, hat erst mal gelacht. Letztlich haben wir uns einfach keine großen Erwartungen gemacht und sind einfach losgelaufen, bis wir nach 2,5 Stunden auf einem Berg waren. Dummerweise haben wir festgestellt, als wir ganz oben waren, dass es noch einen anderen viel größeren Berg gibt der neben unserem Stand. Dazu hätte man aber wieder ganz runter ins Tal laufen müssen und dann wieder ganz hoch. Zumindest waren wir an dem Tag 5 Stunden Wandern und hatten eine tolle Aussicht und sind um ein paar schöne Bilder reicher.

Aussicht auf den West Wood Lake

Ines und Susanne

Heute abend haben wir Volleyball. Das wird von der Uni organisiert und es gibt 4 x 4 Teams. Die Gruppen A bis D sind nach Können eingeteilt. Deswegen sind wir auch in D, also die Schlechtesten. Jedenfalls spielen die vier Teams in der Gruppe D Tourniere, bis die Gewinner in C vorrücken und so weiter. Vorausschauenderweise haben wir uns aber mal „Hidden Champions“ genannt, mit der Hoffnung, dass man das „hidden“, also versteckt, irgendwann mal streichen kann. Wir sind ja Optimisten, gell? :-) Ansonsten hab ich hier noch ein paar Bilder von unserer Uni. Das ist die Aussicht auf das Meer, bzw. auf die Strait of Georgia und auf die Innenstadt von Nanaimo. Die Berge im Hintergrund sind schon Festland. Auf einigen sieht man auch schon Schnee.Aussicht von der VIU aufs Meer

Und das hier ist unsere Bibliothek. Hier les ich meistens.

BibliothekAlles in allem denk ich mir so oft, dass die VIU die beste Möglichkeit ist, wo man ein Auslandssemester verbringen kann. Ach ja, und da ich einige Anfragen bekommen habe, wie es Kitty geht; ihr geht es gut und zum besseren Vorstellungsvermögen wie sie aussieht gibt’s hier auch ein Bild. :-)

Kitty

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